Für mich war Weihnachten schon als Kind vor allem eines: ein Familienfest.
Bei meiner Oma wurde an Heiligabend der Tannenbaum geschmückt, es roch nach frisch gebackenen Plätzchen, nach Zimt und Zitrone – und natürlich wurde heimlich vom Teig genascht. Nach der Bescherung kam das Schönste: das Zurückziehen ins kleine, kühle Zimmer mit meinem Cousin und Schwestern, Geschenke auspacken, spielen, lachen. Diese besondere Mischung aus Aufregung, Nähe und Geborgenheit gehört für mich bis heute zu Weihnachten.
Auch wenn ich später viel gereist bin und in anderen Ländern gelebt habe, war eines immer klar: Am 24. Dezember wollte ich zu Hause sein.
Doch wie wird Weihnachten eigentlich in anderen Teilen der Welt gefeiert?
Weihnachten auf Madagaskar: Familie, Kirche und neue Perspektiven
Für unsere Colibri-Lehrerin Nadia aus Madagaskar ist Weihnachten ein zentrales Familienfest. Wichtig sind das gemeinsame Essen, Geschenke und die Kirche.
« L’église, c’est très important pour la culture. Les enfants y vont aussi pour les bonbons. »
Viele Kirchen verteilen zu Weihnachten Süßigkeiten oder kleine Geschenke – besonders für Kinder. Gegessen wird häufig Geflügel wie Poulet oder Canard, dazu Gemüse.
Bemerkenswert: Auf Madagaskar feiern fast alle Weihnachten, auch Menschen muslimischen Glaubens und traditionellen Naturreligionen. Sie gehen zwar nicht in die Kirche, aber das Fest gehört kulturell einfach dazu.
Ein besonders berührender Moment für Nadia war das letzte Weihnachten: Sie ist im vergangenen Jahr Mutter geworden. Zum ersten Mal erlebte sie Weihnachten aus der Perspektive einer Mama – und die Freude ihres eigenen Kindes über das erste Geschenk machte diesen Tag für sie unvergesslich.
Weihnachten in der Elfenbeinküste: Harmonie und Zusammensein
Auch Yacouba aus der Elfenbeinküste, dessen Eltern muslimisch sind, verbindet Weihnachten vor allem mit Gemeinschaft. Für ihn persönlich ist es kein religiöses Fest, aber eines, das Menschen zusammenbringt.
Als Kind feierte er Weihnachten mit seiner Familie und seinen Cousins. Es gab Geschenke, gemeinsames Essen – oft ebenfalls Geflügel – und am Abend erzählten sie sich Gruselgeschichten, bevor alle zusammen übernachteten. Diese Mischung aus Nähe, Aufregung und Zusammenhalt ist für ihn bis heute die schönste Erinnerung.
In Abidjan gehören auch künstliche Weihnachtsbäume zum Stadtbild. Obwohl Christentum und Islam dort ähnlich stark vertreten sind, feiern viele Menschen Weihnachten ganz selbstverständlich als kulturelles Fest.
Weihnachten rund um die Welt – kurze Einblicke
Diese Vielfalt erleben wir bei Colibri auch auf anderen Kontinenten.
Im Kolumbien wird Weihnachten mit den Novenas gefeiert – gemeinsamen Abenden mit Familie, Musik, Essen und Gesprächen, oft schon Tage vor dem 24. Dezember.
In Mexiko stehen die Posadas im Mittelpunkt: symbolische Umzüge durch die Nachbarschaft, die Gemeinschaft und Offenheit betonen.
In Italien ist Weihnachten stark familiär geprägt, mit langen gemeinsamen Mahlzeiten und regionalen Traditionen.
Auf den Philippinen beginnt die Weihnachtszeit besonders früh und gilt als eine der längsten der Welt – geprägt von Gemeinschaft, Musik und Zusammengehörigkeit.
Was Weihnachten überall gemeinsam hat
Familie, gemeinsames Essen, Rituale, Geschenke – und vor allem Zeit füreinander.
Weihnachten wird auf der ganzen Welt unterschiedlich gefeiert und fühlt sich doch erstaunlich ähnlich an.
Weihnachten bei Colibri
Bei Colibri geht es nicht nur um Sprache, sondern um Menschen und ihre Geschichten. Gerade in der Weihnachtszeit sprechen viele Lernende mit ihren Lehrer*innen über Bräuche, Erinnerungen und Traditionen aus aller Welt. Sprache wird so lebendig – und Lernen zu einer echten Begegnung.
Vielleicht ist die Weihnachtszeit deshalb auch ein schöner Moment, um etwas zu verschenken, das bleibt: Zeit, Sprache und kulturelle Entdeckungen. Ein Sprachgutschein von Colibri kann genau das sein – ein kleines Fenster in eine andere Welt.
About Antje Waldschmidt
Antje ist eine Globetrotterin, die es liebt, neue Orte und Kulturen zu entdecken. An Colibri reizt sie, die Möglichkeit ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig an schöne, inspirierende Orte zu reisen, ohne ihren Schreibtisch verlassen zu müssen. Außerdem ist es umweltfreundlicher und kosteneffizienter.
Als Diplom-Politologin der Universitäten Potsdam und Stellenbosch, Südafrika, lag Antjes Schwerpunkt lange Zeit auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit. Doch mit der Zeit haben sie der einseitige eurozentrische Lernansatz und die bürokratischen Hürden frustriert. Genau deshalb liebt sie die Art und Weise, wie Colibri den globalen Norden und Süden fair, transparent, nachhaltig und auf Augenhöhe miteinander verbindet.
Antje hat auch einen Journalismus-Abschluss und arbeitet als Autorin, Übersetzerin und in der Öffentlichkeitsarbeit.

